Aarau
«All’s was bruchsch» sind Musik, Freunde und die Stadtstubete

Ländlerkapellen, Jodlerchörli und Schwyzerörgeli-Formationen verwandelten die Aarauer Altstadt in eine grosse Konzertbühne. Am Samstagabend stimmte die Stadtstubete auf das Eidgenössische Volksmusikfest 2015 ein.

Sibylle Haltiner
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Ländlerkapellen, Jodlerchörli und Schwyzerörgeli-Formationen verwandelten die Aarauer Altstadt in eine grosse Konzertbühne
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Die Rathausgasse war geschmückt.
Das Ländlerquartett Edelwyss begeisterte mit aufgestellter Musik.
Christine Egerszegi, OK-Präsidentin des "Eidgenössischen", und Marcel Suter, Geschäftsführer, freuten sich über den gelungenen Auftraktanlass und das trockene Wetter.
Spontanes Kurzkonzert in der Milchgasse.
Der Jodlerklub Aarau hatte viele Fans unter den Zuhörern.
Die Säntisfeger Appenzell heizten tüchtig ein.
Schunkeln und mitsingen war beim Auftritt der Säntisfeger Appenzell angesagt.
Kinder tanzten ausgelassen zur Musik.
Kaum ein Plätzchen war mehr frei.
Die Mändigörgeler in Rot.
Die Kapelle Wasserfluh erfüllte die Altstadtgassen auch mit Klarinettenklängen.
Die Jodlerfründe Aaretal Olten traten auf der Hauptbühne auf.
Das Schwyzerörgeliquartett SQ d'Wätterhäxe unterhielt das Publikum in der Kronengasse.
Das Markenzeichen der Stubete Höckeler sind die Sonnenbrillen.

Ländlerkapellen, Jodlerchörli und Schwyzerörgeli-Formationen verwandelten die Aarauer Altstadt in eine grosse Konzertbühne

In der Pelzgasse sang der Jodlerklub Beinwil von schöner Bergwelt und Heimatliebe. Kaum erreichte man die Kronengasse, ertönten die Klarinetten- und Örgeliklänge der Kapelle Wasserfluh, in der Rathausgasse unterhielten die Mändigörgeler das Publikum und wenn die Besucher in Richtung Kirchplatz marschierten, hörten sie von weitem das Ständchen der Jodlerfründe Aaretal Olten.

«Es tönt von überall her»

Die Stadtstubete verwandelte am Samstagabend die Aarauer Altstadt in eine riesige Konzertbühne für die verschiedensten Arten von Volksmusik. Dies gefiel Ständerätin Christine Egerszegi besonders gut. «Es ist schön, dass es von überall her tönt», meinte sie bei ihrer Ankunft und wollte an diesem Abend vor allem die Atmosphäre der Veranstaltung geniessen.

Das hatten auch die vielen Besucherinnen und Besucher vor. Schon zu Beginn der Veranstaltung fand sich kaum noch ein freies Plätzchen auf dem Kirchplatz und auch bei den andern Konzertorten füllten sich die Festbänke schnell. Die meisten Leute waren gekommen, um bei Bratwurst und Pommes frites einen unterhaltsamen Abend mit Freunden zu verbringen.

Wer nur die Musik geniessen wollte, musste sich nahe bei den Chören platzieren, um den Text der Jodlerlieder zu verstehen, denn rundherum wurde munter getratscht. Der Lärmpegel störte die Aktiven jedoch nicht. «Wir singen trotzdem konzentriert», erklärten die Mitglieder des Jodlerklubs Aarau.

Entstanden ist die Stadtstubete im Jahr 2005 nach dem Eidgenössischen Jodlerfest. Auch die heurige Austragung stand im Zusammenhang mit einem Grossanlass, nämlich dem Eidgenössischen Volksmusikfest, das im nächsten Jahr ausgetragen wird. «Wir werden dort auch Volksmusik aus verschiedenen Ländern präsentieren», erklärte OK-Präsidentin Christine Egerszegi.

Einen Vorgeschmack darauf gab die Schwyzerörgeli-Grossformation Wynau. Sie spielte nicht nur Schweizer Ländlermusik, sondern auch Tangos, Country, Foxtrott und zum Abschluss den Radetzky-Marsch. Vielbeklatschte Auftritte hatten auf der Haupttribüne auch die Alphorngruppe Biberstein, der Jodlerklub Kölliken sowie die bekannte und in Aarau überaus beliebte Blaskapelle Rhybuebe.

Spontane Konzerte

Auch auf den übrigen Bühnen gab es Leckerbissen wie die SQ d’Wätterhäxe, die Stubete Höckler oder die Schwyzerörgeli-Fründe Ramsflueh zu hören. Immer wieder formierten sich in den Gassen spontan Musiker zu einem lüpfigen Ständchen, mitten im Publikum stimmten ein paar Sänger einen Jutzer an.

Als die Säntisfeger auf der Hauptbühne aufspielten, war auf dem Kirchplatz kein Durchkommen mehr. Auch wenn einige Ländlerfreunde monierten, diese Band spiele nicht Volksmusik, sondern Schlager, zu laut sei es und zu viele Geräte involviert: Das Publikum war begeistert. Es klatschte, schunkelte und sang ergriffen «All’s was bruchsch uf dr Welt».

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