Aarau
Aarauer Schwänchen sind vermutlich beim Wehr ertrunken

Die vier kleinen Schwäne sind seit diesem Wochenende spurlos verschwunden. Zuletzt sah man sie gefährlich nahe beim Rüchligwehr. Die Vermutung liegt nahe, dass die Strömung sie mitgerissen hat.

Heidi Hess
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Schwaneneltern suchen und beklagen ihre Jungen am Aareufer. HHS

Schwaneneltern suchen und beklagen ihre Jungen am Aareufer. HHS

Heidi Hess

Mit dem letzten Akt wird das Schauspiel mit den Schwänchen beim Aarauer Zurlindensteg zum Drama: Seit Samstagabend sind die vier grauen Flaumknäuel spurlos verschwunden – ein fünftes Schwänchen wird schon seit Mitte letzter Woche vermisst.

Obwohl unter Dauerbeobachtung, scheint niemand den Unglücksmoment gesehen zu haben. Man weiss nichts bei den städtischen Fachstellen und nichts bei Birdlife Aargau. Das Verschwinden der Schwänchen bleibt mysteriös.

Gerüchten zufolge soll sich die Familie verschiedene Male gefährlich nahe beim Rüchligwehr aufgehalten haben. Dort sollen sie auch am Samstagnachmittag gesichtet worden sein.

Kadaver der kleinen Schwänchen wurden aber weder irgendwo ans Ufer geschwemmt, noch haben Angestellte des Kraftwerkes Rupperswil-Auenstein Unregelmässigkeiten beim automatisch laufenden Rechen festgestellt.

Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin bei Birdlife Aargau, sagt, dass es gut möglich sei, dass die Strömung beim Wehr die kleinen Schwäne mitgerissen habe und sie im tosenden Wasser unterhalb des Wehrs ertrunken seien.

Ein ähnlicher Vorfall soll sich auch in Neuenhof zugetragen haben, wo eine Schwanenfamilie sehr nahe beim Wehr brütete. Hochuli sagt aber auch, junge Schwäne seien generell vielen Gefahren wie Füchsen oder streunenden Hunden, Krankheiten und falscher Ernährung (Füttern mit Brot) sowie Wilderei und Quälerei durch den Menschen ausgesetzt.

Entsprechend hoch sei die Mortalitätsrate: bei jungen Schwänen liegt sie bei gut 50 Prozent.

Am Samstagabend und auch am Sonntag haben verschiedene Passanten beobachtet, wie die Schwaneneltern ihre kleinen Schwäne suchten, sie sollen nach ihnen gerufen und geklagt haben. «Wenn die Vögel ihre Jungen verlieren, trauern sie schon stark», sagt Hochuli. Sie kehrten dorthin zurück, wo sie die Jungen verloren haben.

Dass etwas «Gröberes» geschehen sein muss, wenn nur noch die Altschwäne da seien, glaubt auch Bruno Zeller, ehemaliger Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Aarau. Ihm scheint es darum plausibler, dass den Schwänchen das Wehr zum Verhängnis wurde, denn der Fuchs.

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