Aarau/Buchs
Die Suhre soll revitalisiert werden: Vier Wehre in Aarau und Buchs müssen dafür weichen

Wehre hindern Fische an ihrer Wanderung bachaufwärts. Durch den Rückbau soll die Suhre in Aarau und Buchs ökologisch attraktiver gemacht werden. Die Teilprojekte Stampfi und Siebemättli liegen derzeit öffentlich auf.

Zara Zatti
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Wehr Siebemättli Buchs.

Wehr Siebemättli Buchs.

Zara Zatti

Die Suhre ist Heimat vieler aquatischer Tiere. Doch das Potenzial als Lebensraum, insbesondere für Fische, wird nicht ausgenutzt. Die Suhre weise in gewissen Abschnitten grosse ökologische Defizite auf, sei monoton und strukturarm, schreibt die Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Aargau in einem Bericht. Das grösste Problem sind die vier bestehenden Wehre in den Gemeinden Aarau und Buchs. Die Wehre bilden unüberwindbare Hindernisse für die Wanderung der Tiere bachaufwärts. Selbst spring- und schwimmstarke Forellen schaffen es nicht, die Gefälle zu überwinden.

Das Revitalisierungsprojekt «Längsvernetzung Suhre» soll den Lebensraum Suhre auf einer Strecke von 2,6 Kilometern aufwerten. Insbesondere sollen die vier Wehre (Siebemättli, Suhrematte, Stampfi und Lochergrien) rückgebaut werden, damit die Tiere wieder ungehindert bachaufwärts wandern können. Zwei Teilprojekte liegen derzeit in Buchs auf. Sie umfassen die Abschnitte, in welchen die Wehre Siebemättli und Stampfi liegen.

Schon einmal sollte die Suhre fischgängig gemacht werden

Die Wehre würden heute keine Funktion mehr erfüllen und seien mittlerweile baufällig, sagt Nanina Blank, Projektleiterin für Längsvernetzung und Revitalisierung beim Kanton Aargau. Der Rückbau ergebe keine negativen Folgen, «bezüglich Hochwasserschutz wird die Situation sogar verbessert». Dies, weil das einst künstlich hergestellte Gefälle rückgebaut wird und der Wasserpegel so insgesamt sinkt.

Schon einmal wollte die Eniwa (vormals IBAarau) die Suhre fischgängig machen. 2012 wurden Projekte für insgesamt sechs Kleinkraftwerke an den Standorten der bestehenden Wehre erarbeitet. Das passte dem Aargauer Heimatschutz nicht, er erhob Einsprache. Insbesondere ging es dem Heimatschutz um das Wehr Lochergrien. Dieses ist am besten erhalten und auch industriegeschichtlich von besonderer Bedeutung. Schlussendlich wurde das Projekt im Jahr 2017 wegen zu hoher Kosten und fehlender Rentabilität eingestellt.

Einfacherer Zugang für Erholungssuchende

Neben dem Rückbau der beiden Wehre sehen die vorliegenden Teilprojekte noch andere Revitalisierungsmassnahmen vor. So soll etwa der harte Uferschutz aus Blöcken und Steinen entfernt und Unterstände und Rückzugsgebiete für Fische erstellt werden. Auch für Erholungssuchende soll die Suhre attraktiver werden, geplant sind etwa ein einfacherer Zugang und Sitzgelegenheiten aus Natursteinblöcken.

Zusammen kosten die beiden Teilprojekte Siebemättli und Stampfi rund 1,43 Millionen Franken. Realisiert werden sollen sie im Sommer/Herbst 2022. Die beiden anderen Teilprojekte Suhrematte und Lochergrien werden voraussichtlich im Frühling 2022 zusammen öffentlich aufgelegt und sollen im Sommer/Herbst 2023 realisiert werden.

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