Aarau
Warum diese Parteilose mit ihrer Kandidatur fürs Wahlbüro eine ungewöhnliche Kampfwahl auslöst

Um die zwölf Sitze im Wahlbüro reissen sich die Kandidierenden normalerweise nicht. So werden üblicherweise die von den Parteien Nominierten gewählt. Dieses Mal gibt es aber eine Kampfwahl: Gabriella Signer (57) will im Wahlbüro mitarbeiten und findet, das müsse auch ohne Parteizugehörigkeit gehen.

Nadja Rohner
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Gabriella Signer kandidiert als Parteilose für das Wahlbüro der Stadt Aarau. Das ist ungewöhnlich.

Gabriella Signer kandidiert als Parteilose für das Wahlbüro der Stadt Aarau. Das ist ungewöhnlich.

Zvg/Aargauer Zeitung

Der Aarauer Einwohnerrat wählt am Montagabend unter anderem die Mitglieder des Wahlbüros für die nächsten vier Jahre. Keine unglaublich prestigeträchtige Aufgabe eigentlich. Und dennoch werden die Kandidierenden traditionell von den Parteien nominiert. Dieses Jahr ist es ein bisschen anders. Zwar gibt es – schön passend für zwölf Sitze – zwölf Parteinominationen: Lukas Eisenring (Die Mitte), Elisabeth Gugelmann (EVP), Julia Heuberger (FDP), Rafael Kaiser (SP), Fatine Kälin (FDP), Beatrice Kaufmann (FDP), Aline Leitner (Pro Aarau), Eileen Martin (SP), Hans Jürg Podzorski (SP), Urs Schneider (SVP), Thierry Siegenthaler (GLP) und Iris Wehrli (Grüne). Aber: Auch eine Parteilose hat sich gemeldet, was nur selten vorkommt und nun eine Kampfwahl auslöst.

Gabriella Signer heisst sie, kommt ursprünglich aus Zürich, wohnte lange in Muhen und lebt jetzt seit vier Jahren in Aarau. In der Stadt, in die sich die 57-Jährige vom ersten Moment an verliebt hat und in der sie nun gerne mitarbeiten möchte. «Ich habe während meiner Kanti-Zeit in Zürich-Schwamendingen schon im Wahlbüro gearbeitet – damals war das erstens leicht verdientes Geld für eine Schülerin und zweitens hatten wir es immer lustig.» Heute reize sie am Wahlbüro-Amt vor allem, dass man als politisch interessierte Person am Wahlsonntag sehr direkt am spannenden Geschehen dran sein könne – «direkter geht es ja fast nicht mehr» – und einen Haufen unterschiedlichster Menschen kennen lerne.

Signer, die als Studiengangleiterin im Bereich Business Consulting und Innovation an einer Fachhochschule arbeitet, fragte deshalb bei der Stadtverwaltung nach, ob sie hier nicht auch mithelfen könne – und war ganz erstaunt, dass es dazu eine Wahl durch den Einwohnerrat braucht. Und dass üblicherweise Parteiangehörige nominiert (und gewählt) werden. Einer Partei anschliessen wollte sie sich nicht. «Ich würde mich freuen, wenn es mit der Wahl trotzdem klappt», sagt sie.

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