Aarau
Unerwartet: Stadt präsentiert 17 Millionen Franken Überschuss – gehen jetzt die Steuern runter?

Die Stadt präsentiert heute ihren Abschluss 2021 mit einer grossen Überraschung: Statt eines Minus von 5,2 Millionen Franken steht unter dem Strich ein dickes Plus von 12,2 Millionen. Die Bürgerlichen, die zuletzt Steuerfuss 94 statt 97 Prozent gefordert hatten, dürften dadurch Rückenwind erhalten.

Daniel Vizentini
Drucken
Aarau steigert ihren Reichtum von Jahr zu Jahr.

Aarau steigert ihren Reichtum von Jahr zu Jahr.

Aarau Info

Der Stadtrat spricht in einer Medienmitteilung von einem «unerwartet positiven Jahresergebnis in unsicheren Zeiten»: Statt dem budgetierten Minus von 5,2 Millionen Franken schaute in der Rechnung 2021 der Stadt dickes Plus von 12,2 Millionen Franken heraus. Dieses Ergebnis, mitten in der Coronapandemie, übertraf sogar bei weitem die bereits sehr guten Jahresabschlüsse der beiden Vorjahre: 2020 waren es 4,2 Millionen gewesen, 2019 7,4 Millionen.

Dass die Rechnung 2021 durch das Plus von 12,2 Millionen Franken nun um satte 17,4 Millionen besser ausfiel als budgetiert, sei laut Stadtrat «in Anbetracht der Coronaviruslage und der damit verbundenen Einschränkungen überraschend hoch». Der Grund seien unter anderem höhere Nachsteuereinnahmen: Während es bei den Steuererträgen der natürlichen Personen mit 60,5 Millionen Franken eine Punktlandung gab (budgetiert waren 60,6 Millionen), gab es bei den Steuererträgen aus Vorjahren Mehrerträge von 5,1 Millionen. Der Steuerfuss in Aarau beträgt 97 Prozent. Bürgerliche Politiker wollten ihn zuletzt auf 94 Prozent senken.

Dazu schlossen die Steuern juristischer Personen um 2,7 Millionen besser ab. Weitere 0,6 Millionen plus gab es bei den Quellensteuern, den Nachsteuern und Bussen sowie den Erbschafts- und Schenkungssteuern.

Die Anlagefonds waren ausschlaggebend

Doch es gab nicht nur bei den Steuern Gewinne: Das grösste Plus bescherten die Anlagefonds: 9,5 Millionen Franken gab es für die Stadt, das sind 8,3 Millionen mehr als budgetiert. 8,5 Millionen beruhen auf nicht realisierten Buchgewinnen. Die Beteiligungserträge liegen 1,6 Millionen Franken über dem Budget.

Während Corona hielt der Stadtrat absichtlich an seinen Investitionsausgaben fest, um die Wirtschaft weiter am Laufen zu halten. Dies hat sich auch finanziell ausgezahlt: 2021 betrugen die Investitionsausgaben der Stadt 27 Millionen Franken (Realisierungsgrad 80,6 Prozent). Bei Nettoinvestitionen von 24,1 Millionen und einer Selbstfinanzierung von 32,3 Millionen beträgt der Finanzierungsüberschuss 8,2 Millionen Franken.

Wie der Stadtrat schreibt, entstanden die grössten Ausgaben bei der Alten Reithalle, der neuen Velostation am Bahnhof, der Erneuerung der Kettenbrücke, dem Rahmenkredit Werterhalt Gemeindestrassen sowie der Umsetzung der Zutrittskontrollen der Schulanlagen.