Badeordnung
Nackte Frauenbrüste in der Badi: In der Stadt Zürich verboten, in Aarau und Lenzburg kein Problem

Aus sittlichen Gründen will die Stadt Zürich Oben-ohne-Baden nicht erlauben. Aarau ist weniger prüde, ebenso Lenzburg.

Nadja Rohner 2 Kommentare
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Natürlich muss man die Aarauer Badi nicht oben ohne besuchen. Frau darf aber.

Natürlich muss man die Aarauer Badi nicht oben ohne besuchen. Frau darf aber.

Chris Iseli

Pünktlich zu den anstehenden ersten heissen Tagen ist die Diskussion lanciert: Gehört die weibliche Brust in der Badi verhüllt oder nicht? Ausgelöst wurde die Debatte durch einen Entscheid der Stadt Göttingen (D).

Zuerst erhielt eine non-binäre Person (jemand, der sich nicht dem einen oder anderen Geschlecht zugehörig fühlt), die aber aufgrund ihrer äusserlichen Geschlechtsmerkmale als Frau interpretiert wird, Hausverbot in der Badi, nachdem sie ihr Bikini-Oberteil ausgezogen hatte. Nach einiger öffentlicher Empörung entschied der Sportausschuss der Stadt, dass - versuchsweise - ab sofort alle Badegäste am Wochenende ohne Oberkörperbedeckung sonnen und baden dürfen. Soweit, so klar.

In der Schweiz hat das ebenfalls eine Debatte ausgelöst. Die Zürcher SP-Nationalrätin Tamara Funiciello sagte im «Tages Anzeiger»: «Ich fände eine solche Oben-ohne-Regelung auch in der Schweiz absolut notwendig. Und zwar nicht nur am Wochenende, sondern immer – in Frei- und Hallenbädern.» Aktuell gibt es keine gesetzliche Regelung auf Landesebene. Aber die Schwimmbäder können natürlich ihre eigene Hausordnung festlegen.

Und die Stadt Zürich ist prüde: Dort ist laut «Tages Anzeiger» in der Badeordnung vorgeschrieben, dass Badebekleidung getragen werden muss. Dies, um das «sittliche Empfinden» anderer Badegäste nicht zu verletzen, lässt sich das Stadtzürcher Sportamt zitieren. Eine Anpassung der Regelung steht nicht zur Debatte. In einzelnen Abschnitten von Bädern, meist «im Frauenbereich», darf man das Bikinioberteil ausziehen.

Und wie ist es in Aarau? Völlig locker. Das bestätigt SP-Stadträtin Silvia Dell'Aquila, die für die öffentlichen Anlagen zuständig ist, mit Verweis auf die Badeordnung: «Das städtische Freibad im Schachen kennt keine Einschränkung diesbezüglich, weshalb die Menschen in Aarau topless (sonnen)baden können.»

Auch in Lenzburg sagt die Badeordnung nichts darüber aus, ob man als Frau mit oder ohne Oberteil zu sünnelen oder schwimmen hat. «Solange sich niemand daran stört, ist es kein Problem, wenn jemand oben ohne auf dem Tüechli liegen oder baden will», sagt Christoph Hübscher. Es werde gelegentlich auch gemacht. Sollte sich jemand daran stören und sich an den Bademeister wenden, würde er das Gespräch mit der Frau suchen. «Den Anweisungen des Bademeisters muss man Folge leisten, ich könnte sie also bitten, sich etwas anzuziehen», sagt Hübscher. «In meinen 22 Jahren hier ist das aber nur einmal vorgekommen.»

2 Kommentare
dschei Thschei

Wieder mal eine typische Übung im Schattenboxen der ach so gerechten SP. …. Haben wir wirklich keine wichtigeren Probleme, um die sich die SP kümmern will???!!! Wo sind die Vertreter  dieser Partei , wenn es z. Bsp. um Working Poor und Inländerbevorzugung im Jobmarkt geht??!! Wo sind die SP Genossinnen, wenn es um die Korrektur der Tatsache gehen sollte, dass wir beinahe 30000 Leute pro Jahr aussteuern, währenddem gleichzeitig ein Mehrfaches dieser Zahl in die Schweiz einwandert ??? Aber diese Dinge betreffen ja die aktuell in der SP politisierenden Personen nicht ansatzweise. Dann schon lieber ein paar Grundsatzdiskussionen zum Klassenkampf und anderem… Weswegen möchte man diesen - sehr persönlichen - Entscheid  unbedingt politisieren und gesetzlich regeln ??? Wer sich daran stört, soll halt auf dem Besuch der Badi verzichten …

dschei Thschei

.Die Genossinnen dieser Partei sind im linken Wohlstand  groß geworden, die meisten Führungspersonen dort mussten noch  nie in ihrem Leben wirklich arbeiten, dafür gabs gewaltig Schul- und danach Uniluft auf Staatskosten…. Die Abgehobenheit von den Real wichtigen Thematas, welche sie oben erwähnen, ist die bedenkliche Folge . Das sind einfach nur Kaviarlinke, welche aus Nichtthematas einen Mediensturm entfachen. Problem ist,dass sie wichtige,soziale Anliegen stattdessen unbearbeitet lassen. Kein Wunder,denn als ewiger Studentin auf Staatskosten ( Cedric W.  lässt grüßen..) und danach gut bezahlter Parlamentarierin, danach oftmals ein gut dotierter Teilzeit- oder VR- Job  in der Sozialindustrie, muss man fürs Geld nicht arbeiten und kapiert in der Folge auch nicht, dass es wichtigere, soziale  Thematas gäbe , welche unbedingt zuerst gelöst werden müssten, bevor man mit Klassenkampf, Diversität, und jetzt hal mal schnell „ freie Haut für freie Frauen“- Pseudoaktivismus, statt gesundem Menschenverstand  .einfach nur sinnlos warme Luft erzeugt. Statt endlich mal die Ärmel raufzurollen und sich für authentische , soziale Politik einzusetzen, üben sich die Vertreter der SP nur noch in elitärem, pseudoproblemfixiertem, Parteiaktivismus, welcher auf einer Kräuterteeparty eventuell abendfüllenden Diskussionsstoff liefert, aber vom wirklichen, sozial fokussierten Leben vieler Menschen, Lichtjahre entfernt ist!!