Rechnung 2019
Aarau machte 7 Millionen Franken mehr Gewinn als erwartet

In schwierigen Zeiten ist es beruhigend zu wissen, dass man etwas in der Kasse hat. In diesem Sinn ist es ein schöner Zufall, dass die Stadt Aarau am Freitag ihren Jahresabschluss publizierte.

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Das Rathaus in Aarau.

Das Rathaus in Aarau.

Philipp Zimmermann

«Das Rechnungsergebnis ist erfreulich», schreibt der Stadtrat. Der Abschluss weist zum dritten Mal in Folge einen satten Gewinn aus. Weil es dieses Mal keinen Buchgewinn von 8 Millionen Franken gab (die Neubewertungen werden nur alle vier Jahre gemacht), erreicht er allerdings nicht mehr die sensationellen 15,6 Millionen Franken des Rechnungsjahres 2018.

Der Gewinn 2019 betrug 7,4 Millionen Franken und liegt damit etwa im Bereich des Jahres 2017 (7,9 Mio. Fr.). Budgetiert war nur ein Mini-Plus von 0,2 Millionen Franken. In der Medienmitteilung steht zudem: «Geprägt wurde das Jahresergebnis weiter durch Rückstellungen für Altlastensanierungen.» Diese Rückstellungen könnten auch dem Gewinn zugerechnet werden. Aarau muss mehrere Millionen Franken an die Sanierung der ehemaligen Deponie Ritzer (Küttigen) zahlen.

Warum der tolle Abschluss? Wegen des ausserordentlich guten Abschlusses des Anlagefonds und Mehreinnahmen bei den Steuern der natürlichen Personen, so die Stadt. Der Anlagefonds schloss mit einem Ertrag von 10,5 Millionen Franken ab. Nach Erhöhung der Schwankungsreserve bis zum Maximalbetrag resultierte ein erfolgswirksamer Ertrag von 7,2 Mio. Franken (Budget 2,2 Mio. Fr.). Die Schwankungsreserven dürften wegen der Börsenturbulenzen der letzten Tage bereits wieder teilweise verbraucht sein.

Trotz des Bevölkerungswachstums war der Steuerertrag bei den natürlichen Personen nicht höher als budgetierte. «Die Mehreinnahmen stammen von Steuern aus den Vorjahren (plus 6,8 Mio. Fr.), den Quellensteuern (plus 0,6 Mio. Fr.) sowie den übrigen Steuern (plus 0,8 Mio. Fr.). Die Steuern der juristischen Personen liegen mit einer positiven Abweichung von plus 0,3 Millionen Franken im Rahmen des Budgets», schreibt der Stadtrat. Insgesamt betrugen die Mehreinnahmen bei den Steuern 8,5 Millionen Franken.

Die Selbstfinanzierung beträgt 23,7 Millionen Franken bei Nettoinvestitionen von 19,8 Millionen Franken. Verschiedene Investitionen (etwa Alte Reithalle) konnten letztes Jahr nicht wie geplant in Angriff genommen werden.

SVP fordert eine «substanzielle Steuerfusssenkung»

Ein derart guter Abschluss weckt Begehrlichkeiten: Wie schon im Vorjahr fordert die SVP Aarau-Rohr eine Steuerfusssenkung (aktuell 97 %). Die Partei schreibt: «Frühere Forderungen der SVP nach Steuersenkungen wurden bisher mit der Begründung, diese würden den Zukunftsraum gefährden, zurückgewiesen. Der Zukunftsraum kann aber kein Argument gegen Steuersenkungen sein. Damit wird einzig versucht, den Aarauer Steuerzahler über die finanziellen Folgen einer Fusion zu täuschen.» (uhg)

33 historische Bilder von Aarau:

Kettenbrücke ca. 1860 Blick vom Zollrain auf die Kettenbrücke und den dazugehörigen Gasthof.
33 Bilder
Die Maturandenklasse der Kantonsschule Aarau von 1896. Der Herr links in der vorderen Reihe ist übrigens Albert Einstein.
Bahnhofstrasse 1915 Das Postgebäude wurde in diesem Jahr eröffnet.
Postkarte 1916 Die Stadt Aarau vor rund 100 Jahren.
Im Torfeld, irgendwann zwischen 1918 und 1937. Mit den Werkhallen der Firma Oehler & Cie.
Bahnhofplatz 1918 Der Bahnhofplatz mit einem Zug der Wynentalbahn.
Postkarte 1918 Der Stempel datiert vom 12. Juni 1918.
Schachen 1919 Der Aarauer Schachen von der Luft aus 600 Metern.
Postkarte 1919 Aufgenommen an der Kreuzung Pestalozzi-/Schanzmättelistrasse. Das 1911 erbaute Schulhaus war noch fast neu.
Luftaufnahme 1919
Postkarte 1919 Der Rathausplatz mit Kindern und einem Fahrzeug.
Am Rain um 1919. Im Hintergrund der Turm des Obertors.
Aarau anno dazumals
Luftaufnahme 1919 Der Rain und Vorstadt aus der Vogelperspektive. Die Fussgänger sind noch klar in der Überzahl.
Luftaufnahme 1919 Das grosse Gebäude unten rechts ist das Zelglischulhaus.
Die Obere Vorstadt um 1921. So leer sieht man die Strasse heute selten.
Kettenbrücke 1921 Die Hängebrücke mit Stahlketten stand fast 100 Jahre lang. Ihr Nachfolger behielt im Volksmund den Namen «Kettenbrücke». In den kommenden Jahren wird auch dieser durch einen Neubau ersetzt.
Ein Blick in die Rathausgasse (1921) An den Gebäuden links erkennt man die bemalten Dachgiebel. Nicht umsonst gilt Aarau als «Stadt der schönen Giebel». Die Rathausuhr ist noch üppig dekoriert.
Steinbruch Zurlinden 1923 Der Grundstein für die späteren Jura-Cement-Fabriken.
Postkarte 1927 Blick vom Stadtturm Richtung Regierungsgebäude.
Postkarte1928 Die Stadt Aarau um 1928.
Kettenbrücke ca. 1930 Auffällig sind die markanten Torbögen der Brücke.
Die alte Badi (1932) Das Schwimmbad lag früher noch am linken Aareufer.
Alpenzeiger 1947 Ein Spaziergang zu diesem Aussichtspunkt lohnt sich auch heute noch.
Kettenbrücke 1948 Die Kettenbrücke wird abgerissen.
Katholische Kirche 1948
Aarebrücke 1948/49 Bald sieht es wohl wieder so ähnlich aus.
Luftaufnahme 1958 Der Kantonsspital Aarau sah früher noch ganz anders aus.
Maienzug 1964
Telli 1964 Die Kunath Futterfabrik in der Telli. Heute ist dieser Ort weit über die Region als Konzertlokal «Kiff» (Kultur in der Futterfabrik) bekannt.
Schachen 1964 Tausende pilgerten an das Schwing- und Älplerfest im Schachen.
Luftaufnahme 1966 Der Aarauer Bahnhof aus der Luft.
Luftaufnahme 1979 Die Stadt Aarau vor knapp 40 Jahren.

Kettenbrücke ca. 1860 Blick vom Zollrain auf die Kettenbrücke und den dazugehörigen Gasthof.

ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Friedrich Gysi