Aarau
Das «Unikum» hat mitten in der Krise zum Sprung angesetzt – und es zahlt sich aus

Mitten im Coronajahr hat die Boutique «Unikum» an der Aarauer Rathausgasse expandiert. Der Mut hat sich gelohnt, einmal mehr.

Katja Schlegel
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Co-Geschäftsleiterin Barbara Butz ist froh um den Sprung über die Rathausgasse.

Co-Geschäftsleiterin Barbara Butz ist froh um den Sprung über die Rathausgasse.

Britta Gut

Expandieren in Zeiten wie diesen, als Kleiderboutique – das braucht Mut. Doch Dragana Milenkovic und ihr Team von «Unikum» haben sich getraut, haben den Sprung über die Aarauer Rathausgasse gemacht und Mitte September mit ihrem Schuhsortiment im ehemaligen Juweliergeschäft Bolliger ein zweites Aarauer Geschäft eröffnet.

Die Sache mit dem Mut; da wiederholt sich die Geschichte. Wie damals, als Dragana Milenkovic 1998 als gelernte Hotelfachfrau ihre Boutique eröffnete und einfach kaufte, was ihr gefiel, mutig und überzeugt, wie sie war. Jeans für 500 Franken von Roberto Cavalli und Jean Paul Gaultier; Marken, die damals keiner kannte.

Aber den Aarauerinnen und Aarauern gefiel das Sortiment; hochwertige Mode, klare, schlichte Linien, gedeckte Farben. Es gefällt noch immer, auch nach 23 Jahren. Heute zählt das Team fünf Frauen, davon vier Festangestellte, welche die Filialen in Aarau und Lenzburg (seit 2003) betreiben.

«Den Ausfall kann kein Onlineshop wettmachen»

Das Vertrauen und der Mut haben sich auch diesmal gelohnt: «Wir waren sicher, dass das Auslagern der Schuhe in ein separates Lokal funktioniert», sagt Co-Geschäftsführerin Barbara Butz. Nicht nur, weil die beiden Lokale direkt gegenüberliegen, auch weil die Nachfrage da sei.

Und natürlich dank der Ausgangs­lage: «Unikum» ist etabliert, hat seit Jahrzehnten eine grosse, treue Stammkundschaft. «Es war kein Neustart, sondern eine Erweiterung», sagt Butz.

Und doch, Corona hat das Geschäft gebeutelt. Vom 22. Dezember bis 1. März waren die Geschäfte zu, mehr als zwei Monate. Ein Loch, das sich nicht stopfen lässt. Schon gar nicht in einer schnelllebigen Branche wie der Modebranche. Barbara Butz sagt:

«Den Ausfall kann kein Onlineshop, keine Beratung per Telefon oder E-Mail wettmachen.»

Und der Frust über die Regelung, welche Läden im Aargau offen haben durften und welche nicht, der sitzt noch immer tief.

Jetzt gilt es aber, nach vorne zu schauen. «Erleichterung und Freude, die Kundinnen und Kunden endlich wieder persönlich bedienen zu dürfen, sind riesig», sagt Barbara Butz. Auch seitens Kundschaft sei das grosse Bedürfnis spürbar, sich Schönes zu leisten. Um allen (Sicherheits-)Bedürfnissen gerecht zu werden, sind im «Unikum» unter anderem auch Beratungstermine ausserhalb der Öffnungszeiten möglich.

Dem Lockdown auch Gutes abgewinnen

Das «Unikum»-Team kann dem Lockdown auch Gutes abgewinnen, trotz allem. Barbara Butz sagt:

«Diese Extremsituation hat uns zusammengeschweisst.»

Und es blieb Zeit, das Konzept zu überdenken, die Ausrichtung, den Auftritt. Das Erscheinungsbild wurde beispielsweise mit einem neuen Logo aufgefrischt, die Website wurde ausgebaut und ausgiebig bebildert. Dem avantgardistischen Stil aber, dem bleibt das «Unikum» treu. Butz: «Das ist seit 23 Jahren unsere DNA, unverkennbar und einzigartig.»