Aarau
Abstellplatz Igelweid: Ein kostbarer Platz für einen leeren Wechselbehälter

Wie eine Aarauer Baustelle Geschäfte und Kunden unnötig behindert. Die Sanierung der wichtigsten Einkaufsstrasse in der Kantonshaupstadt läuft seit Sommer 2019.

Urs Helbling
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Einbau der Pflästerung an der Mgiros Igelweid in Aarau

Einbau der Pflästerung an der Mgiros Igelweid in Aarau

Urs Helbling / Aargauer Zeitung

Das offizielle Aarau betont immer wieder, man bemühe sich, den Detailhandelstandort zu pflegen und weiterzuentwickeln. Zuletzt wurde dafür eine City-Managerin angestellt. Den schönen Worten folgen aber nicht überall Taten: Das zeigt exemplarisch der aktuelle Fall der Sanierung der Igelweid. Die Stadt ist Auftraggeberin. Sie könnte den Unternehmer also zwingen, die Konsumenten und die Geschäftsbetreiber möglichst wenig zu behindern.

Die Ausgangslage: Im Sommer 2019 begann die Sanierung der wichtigsten Einkaufsstrasse der Kantonshauptstadt. Schon damals gab die Baustelle zu reden, weil es, kaum war sie richtig eingerichtet, einen Unterbruch gab: Betriebsferien. Im Frühling 2020 hätte der «Bsetzi»-Belag erneuert werden sollen. Doch das war wegen Corona nicht möglich. Und es ist natürlich ein unglücklicher Zufall, dass die Arbeiten jetzt unmittelbar vor der Wiedereröffnung der Läden nach dem Lockdown begonnen haben.

Aktuell ist der Zugang zum Coop City und zum Esprit nur sehr schwer möglich. Nicht nachvollziehbar ist dabei, dass die Stadt dem Unternehmer erlaubt, die Igelweid an Samstagen mehr als nötig mit Wechselbehältern (10 Kubikmeter) zu verstellen. Am Samstag behinderten drei Stück die Passanten. Einer (Nummer 153) war ganz leer. Ein zweiter war zu zwei Dritteln mit Asphaltabfällen gefüllt – bis zum Beginn der zweiten Hauptetappe in einigen Wochen dürften auf der Baustelle kaum mehr weitere Asphaltstücke anfallen.

Es wäre einfach gewesen, die drei Behälter am Freitagnachmittag wegzutransportieren und die Igelweid bis am Montagmorgen von den drei Hindernissen zu befreien. Offensichtlich hat das die Stadt nicht in Auftrag gegeben – oder sie ist nicht in der Lage, es durchzusetzen. Nebenbei: Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass die drei Behälter der «Baustoff Freiamt» gehören, also von relativ weit herkommen. Die neue Natursteinpflästerung begann vor zwei Wochen. Sie wird in drei Hauptetappen (von der Hinteren Vorstadt Richtung Kasinostrasse) ausgeführt und soll bis Ende Juni abgeschlossen sein. Es werden Gubersteine aus Alpnach OW verbaut.