Aarau
Aarauer Bushaltestelle «Herzogplatz» soll behindertengerecht werden

Bis Ende 2023 müssen Haltestellen in der Schweiz so umgebaut werden, dass sie von Menschen mit Behinderungen selbstständig benutzt werden können. Nun nimmt sich die Stadt Aarau zweier Bushaltestellen beim Herzogplatz an.

Florian Wicki
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Die Bachstrasse beim Aarauer Herzogplatz wird derzeit umgebaut – danach sollen die Bushaltestellen behindertengerecht werden.

Die Bachstrasse beim Aarauer Herzogplatz wird derzeit umgebaut – danach sollen die Bushaltestellen behindertengerecht werden.

Florian Wicki

Das 2004 in Kraft getretene Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) hat den Zweck, Rahmenbedingungen zu schaffen, «welche die Unabhängigkeit Behinderter von der Hilfe durch Drittpersonen erlauben und damit vom Gefühl befreien, von andern Personen abhängig zu sein». Dazu gehört eben auch, dass Menschen mit Behinderungen spontan und selbstständig öffentliche Verkehrsmittel nutzen können, weswegen die ÖV-Haltestellen häufig umgebaut werden müssen.

Das muss bis Ende 2023 passiert sein. In Aarau hat das hiesige Stadtbauamt ein Baugesuch zum Umbau der Haltestellen «Herzogplatz» an der Bachstrasse verfasst, die öffentliche Auflage dauert noch bis am 7. Juni.

Niveaugleicher Einstieg

Dem zusammen mit dem Ingenieurbüro Wilhelm + Wahlen erstellten technischen Bericht ist zu entnehmen, dass beide Haltestellen neu einen «niveaugleichen» sprich ebenerdigen Einstieg erhalten sollen. Das ist wichtig, damit man zum Beispiel auch im Rollstuhl problemlos und selbstständig einsteigen kann.

Um diesen Einstieg umzusetzen, will die Stadt bei der Haltestelle in Richtung Bahnhof Aarau ein neues rund 1,5 Meter breites Trottoir bauen. Die Haltestelle in Richtung Suhr wird ein bisschen weiter zum Knoten Tellstrasse/Weltistrasse verschoben, dort ist ein 2,2 Meter breites Trottoir geplant.

Neue Mauer, neues Geländer, neue Lampen

Weiter soll mit dem Umbau der Haltestellen auch gleich der ganze Belag im Strassenabschnitt erneuert und die Glühbirnen der Strassenbeleuchtung sollen durch LED-Lampen ersetzt werden – gleichzeitig optimiere man die Strassenentwässerung, wenn der Belag schon geöffnet wird. Im Bereich der Haltestelle, wo man vorne einsteigen kann, ist am Boden eine taktil-visuelle Markierung geplant, für blinde und sehbehinderte Personen.

Auch beim Herzogplatz möchte die Stadt die sanierungsbedürftige Mauerkrone – also ungefähr die obersten 75 cm – der Mauer des Stadtbaches herausschneiden und durch ein Betonkonstrukt ersetzen, worauf dann ein neues Geländer gestellt werden soll. Laut Stadtbauamt lässt sich mit dem Ersatz der Mauer sicherstellen, dass der Gehweg entlang des Stadtbachs künftig eine Mindestbreite von zwei Metern hat.

Die Gesamtkosten für die Umbauarbeiten betragen laut Baugesuchsmappe 150'000 Franken.