Challenge League
Aarau verliert gegen Stade Nyonnais klar mit 0:4

Der FC Aarau erlebt ein Debakel: Nach der klaren Niederlage gegen Stade Nyonnais bleibt der FC Aarau weiterhin in der Abstiegszone.

Ruedi Kuhn
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Stade Nyonnais bezwingt den FC Aarau auf dem Brügglifeld

Stade Nyonnais bezwingt den FC Aarau auf dem Brügglifeld

Keystone

Konsternation in der Führungsetage des FC Aarau nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Adrien Jaccottet: Präsident Alfred Schmid, Sport-Koordinator Urs Bachmann und Verwaltungsratsmitglied René Herzog trafen sich auf der Tribüne vom Brügglifeld zu einer spontanen Unterredung. Was da wohl alles besprochen wurde?

Eines ist klar: Die 0:4-Pleite gegen die Waadtländer hinterliess bei den Vereinsverantwortlichen Spuren, deutliche Spuren. Gerät der Stuhl von Trainer Ranko Jakovljevic erneut ins Wanken? Muss der Serbe aus Bosnien um seinen Job bangen?

All das ist Zukunftsmusik. Die Gegenwart sieht jedoch schon trist genug aus. Was die 1950 Zuschauer gestern Abend von den Aarauern Mitte der zweiten Halbzeit zu sehen bekamen ist erschreckend. Nachdem Luis Felipe Pimenta den Gastklub in der 69. Minute aus einer klaren Abseitsposition in Führung geschossen hatte brachen alle Dämme.

Aus Aarauer Sicht löste nun ein Schreckensmoment den andern ab. Erst sah Artur Ionita wegen eines rüden Fouls die gelb-rote Ampelkarte, dann erhöhten Ngindu und Frédéric Besseyre das Skore auf 0:3. Die Sache war gelaufen. Besseyres Penaltytreffer in der Nachspielzeit zum 0:4 war nur noch Resultatkosmetik. Und der Platzverweis für Nyon-Torhüter David Marques wegen einer Tätlichkeit an Aco Stojkov geriet zur Randnotiz.

Unbegreiflicher Einbruch

Am Ende bleibt das bittere 0:4. Ein 0:4, welches als Spiegelbild für viele Spiele in dieser Saison herhalten muss. Wer im Vorfeld der Partie geglaubt hatte, dass die Aarauer den vermeintlich harmlosen Gegner aus der welschen Schweiz von Beginn an unter Druck setzen und dominieren kann, sah sich getäuscht. In der ersten Halbzeit kam der Super-League-Absteiger gerade mal zu zwei Chancen.

Captain Sandro Burki scheiterte mit einem Schuss aus kurzer Distanz an Marques. Und Stojkov traf nach einem Doppelpass mit Burki und einem Flachschuss aus neun Metern den Innenpfosten. In der zweiten Halbzeit tat es Shkelzen Gashi Stojkov gleich: Gashi traf mit einem Schuss aus 20 Metern die Torumrandung.

Zu diesem Zeitpunkt waren 64 Minuten gespielt. Pimentas irreguläres Tor war für die Aarauer dann aber der Anfang vom Ende. Jetzt nahm das Debakel seinen Lauf. Mag sein, dass Spielleiter Jaccottet den Heimklub benachteiligt hat.

Mag sein, dass die Aarauer den Führungstreffer nach einer Stunde verdient gehabt hätten. Das alleine entschuldigt nicht die Disziplinlosigkeiten der Spieler in der Schlussphase. Zurück bleibt ein ratloser und enttäuschter Trainer. Jakovljevic konnte ebenfalls nicht recht begreifen, in welchen Hammer sein Team da gelaufen ist. «Was in den Minuten zwischen dem 0:1 und dem 0:3 passiert ist», so der Chefcoach, «ist unfassbar.»

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