«Keine Währungsturbulenzen mehr.» So umschreibt Emanuel Probst, Jura-Chef, den frommen Wunsch fürs laufende Geschäftsjahr. 30 Millionen Umsatz sei wegen der Schwäche des Schweizer Frankens 2015 weggeschmolzen.

So bleibt der Umsatz der Jura zwar stabil, konnte letztes Jahr aber nicht gesteigert werden. 377 Millionen stehen 378 Millionen Franken im 2014 gegenüber. Die Anzahl der Vollzeitarbeitstellen bei Jura stieg leicht auf 692 (Vorjahr 685) wobei auch in der Schweiz mit minus vier Stellen – bei verbleibenden 254 – nur eine marginale Veränderung stattfand.

Bald 300 000 Vollautomaten?

Dass der Umsatz trotz der schwierigen Währungssituation gehalten werden konnte, hat vor allem mit einer deutlichen Zunahme der Verkäufe von Kaffeevollautomaten zu tun. 22 000 Stück wurden im letzten Jahr mehr verkauft als noch 2014.

Insgesamt beläuft sich die Anzahl verkaufter Vollautomaten auf 293 000. Als Ziel für das nächste Jahr sei das Überschreiten der 300 000er-Grenze vorgesehen, wie Probst mitteilte. Dies soll vor allem durch ein weltweites Wachstum erreicht werden.

Im letzten Jahr waren unter anderem Russland, Polen, die USA und Kanada die wichtigsten Wachstumsmärkte. Wichtig für Jura ist vor allem der USA-Markt. Dieser habe sich als zweitbestes Standbein der Firma etabliert. 60 Millionen betrug denn auch der Umsatz in den USA im letzten Jahr. «Wir gehen davon aus, dass die USA zu unserem grössten Markt werden», prophezeit Probst. Die Schweiz hingegen bleibt auch 2015 der drittwichtigste Markt für Jura.

Hauptverantwortlich für die hohen Verkaufszahlen ist laut Probst die Innovationstätigkeit der Firma. So wurden im letzten Jahr zwei neue Produktlinien lanciert, welche mit neuer Technologie aufwarten können. 7 Millionen Franken investierte Jura zum Beispiel letztes Jahr in die Entwicklung ihrer Produkte.

Bei der Innovationstätigkeit, an der weltweit gut 70 Personen beteiligt sind, kommt dem Standort Niederbuchsiten eine gewichtige Rolle zu. Im Gäu wird die hauptsächliche Innovationstätigkeit vollbracht. «Wir haben aber Mühe genügend Personal für diese Abteilung in der Schweiz zu finden», sagt Probst.

Live-Verkauf und Federer bis 2020

Eine Neuheit, die Jura in diesem Jahr in der Schweiz flächendeckend lancieren wird, ist «Jura Live». An ausgewählten Verkaufspunkten wird dabei ein Terminal stehen, das kaufwillige Kunden im Laden direkt mit einem Verkaufsberater in Niederbuchsiten verbindet. So soll der Verkäufer per Video im Laden jeweils besser unterstützt werden.

General Manager Emanuel Probst neben dem neuen Jura- Live Terminal.

General Manager Emanuel Probst neben dem neuen Jura- Live Terminal.

Das letzte Jahr stand im Zeichen einer neuen Werbekampagne, die die Jura direkt als Konkurrenten der Kaffeekapselsysteme positioniert. Dafür wurde, wie bereits seit 2006, die Zusammenarbeit mit Roger Federer genutzt. Probst liess in diesem Zusammenhang verlauten, dass der Vertrag mit Federer noch mal bis 2020 verlängert wurde.

«Wir möchten die Zusammenarbeit gerne lebenslänglich weiterführen», gibt Probst unumwunden zu. Wie viel diese Weiterführung kostete, liess Emanuel Probst unbeantwortet. Dies sei Teil der Abmachung mit dem Management von Federer. Klar sei aber, dass man die Sportikone unter einem siebenstelligen Betrag nicht an sich binden könne, weiter auf die Äste hinaus liess sich Probst jedoch nicht.

Roger Federer 2012 bei seinem Besuch in Niederbuchsiten