Was war das für ein Abschluss des Jahres 2016 gewesen! Der 4:1-Sieg des EHC Olten bei Leader La Chaux-de-Fonds hatte die Anhänger der Powermäuse erstmals seit geraumer Zeit wieder so richtig ins Schwärmen gebracht. Man träumte bereits von einem kleinen Höhenflug, der die Oltner in Richtung Playoffs tragen würde.

32. Meisterschaftsspiel NLB 16/17 Kleinholz Olten 4`017 Zuschauer

Entsprechend erwartungsfroh strömten über 4000 Zuschauer ins Kleinholz – und gingen etwas mehr als zwei Stunden später grossmehrheitlich mit hängenden Köpfen wieder nach Hause. Sie wurden Augenzeugen davon, wie Red Ice Martigny den EHCO-Höhenflug beendete, bevor der überhaupt richtig begonnen hatte.

Die Walliser zeigten dabei, dass sie nicht umsonst das NLB-Team der Stunde sind. In Olten gewannen sie bereits ihr siebtes Spiel in Serie und überholten ihren Kontrahenten in der Tabelle auch gleich noch. Der EHCO seinerseits ist nach der 2:5-Heimschlappe auf Platz 5 abgerutscht. Stand jetzt bedeutet das für die Playoffs den Verlust des Heimrechts in der ersten Runde.

Apropos Playoffs: Red Ice Martigny zeigte gestern im Kleinholz das, was die Oltner ab Mitte Februar in der entscheidenden Meisterschaftsphase erwarten wird. Die Unterwalliser machten dem EHCO das Leben auf dem Eis auf alle erdenkliche Art und Weise schwer.

Sie gingen mit Vehemenz in die Zweikämpfe, machten die Räume in der eigenen Zone extrem eng, agierten sehr diszipliniert und traten in der Offensive geradlinig und kaltblütig auf. Während die Oltner bei gleicher Anzahl Spieler auf dem Eis kaum zu nennenswerten Abschlüssen kamen, nutzten die Martinacher ihrerseits die Fehler des Gegners gnadenlos aus.

Besonders in der Phase nach der Spielhälfte, als die Mannschaft von Maurizio Mansi komplett den Faden verlor und dem Gegner den Sieg mit groben Fehlern auf dem Silbertablett servierte. Dass dabei jedesmal die Top-Sturmlinie von Red Ice um den omnipräsenten Topscorer Jacob Berglund auf dem Eis stand, war kein Zufall. Zusammen mit seinen Sturmkollegen Patrick Schommer und Jozef Balej sorgte der Schwede zwischen der 31. und 40. Minute für die entscheidende Differenz.

Maurizio Mansis grosser Frust

Die Oltner fanden nie ein Rezept gegen die routinierten und abgeklärten Gäste, die die Defizite ihrer Kontrahenten gnadenlos offenlegten. Gegen die offensiv agierenden Chaux-de-Fonniers hatten die Oltner die Räume vorgefunden, die sie für ihr Tempospiel benötigen.

Ohne diesen Freiraum wirkten die Bemühungen der Powermäuse mehrheitlich hilflos. «Alles, was wir Ende des letzten Jahres gut gemacht haben, machten wir heute schlecht. Wir wirkten langsam, müde, fanden nie in die Zweikämpfe. Wenn wir ein Spitzenteam sein wollen, dann muss wirklich jeder Spieler diszipliniert agieren und seine beste Leistung abrufen», ging Maurizio Mansi mit seiner Mannschaft hart ins Gericht und machte aus seiner Frustration kein Geheimnis.

«Ich bin ein stolzer Mann. Ich habe nach dem La-Chaux-de-Fonds-Spiel viel mehr erwartet. Deshalb bin ich sehr enttäuscht.»

Frustriert war man bei den Oltnern auch aufseiten der Spieler. Philipp Wüst, der zusammen mit Justin Feser die meisten der wenigen offensiven EHCO-Akzente zu setzen vermochte, sorgte sich ebenso ein wenig im Hinblick auf die Playoffs. «Dort werden unsere Gegner genau so agieren, wie das Martigny getan hat. Darauf müssen wir uns einstellen. Aber mit unserem Tempo sollten wir trotz allem in der Lage sein, das gegnerische Team in Bedrängnis zu bringen.»

Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich den Oltnern am kommenden Freitag beim Derby in Langenthal. Man darf gespannt sein, welches Gesicht die Mannschaft dann zeigen wird.

Telegramm:

Olten - Martigny 2:5 (0:1, 1:3, 1:1)

Kleinholz. – 4017 Zuschauer. – SR: Clément (Bichsel/Duarte). – Tore: 6. Luca Zanatta (Savary, Krutow) 0:1. 23. Feser (Wüst, Gedig; Ausschluss Vauclair) 1:1. 31. Berglund 1:2. 34. Schommer (Berglund) 1:3. 40. Schommer (Balej, Berglund) 1:4. 58. Feser (Schneuwly; Olten ohne Goalie) 2:4. 60. (59:25) Balej (Vermeille; Olten ohne Goalie) 2:5 – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Olten. 4-mal 2 Minuten gegen Martigny.

Olten: Mischler (41. Nyffeler); Grieder, Gedig; Pargätzi, Ast; Schnyder, Chuard; Bagnoud, Kobach; Mäder, Diem, Ulmer; Wüst, Feser, Truttmann; Schwarzenbach, Schneuwly, Huber; Aeschlimann, Hürlimann, Leonelli.

Martigny: Lory; Birbaum, Vermeille; Michael Zanatta, Luca Zanatta; El Assaoui, Girardin; Currit, Zorin; Schommer, Berglund, Balej; Vauclair, Savary, Krutow; Lachmatow, Malgin, Brem; Fischer, Brügger, Melvin Merola.

Bemerkungen: Olten ohne Rouiller, Morini, Sahli (alle verletzt), Meister, Hirt (beide krank), heinimann (bei Servette) und Polansky (nicht spielberechtigt). 30. Pfostenschuss Malgin. 56:57 Timeout Martigny. 58: 38 Timeout Olten. Olten ab 56:57 bis 57:41 und ab 57:55 bis 59:25 ohne Goalie.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker: