Sein Wort wird Gewicht haben, wenn EHCO-Headcoach Bengt-Ake Gustafsson die Entscheidung fällt, ob Matthias Mischler oder Dominic Nyffeler als Nummer eins ins Playoff-Abenteuer steigt.

Und die Wahl wird keine Leichte sein, verfügt doch Olten statistisch über das ausgeglichenste Torhüterduo der Liga. Oltens neuer Goalietrainer Simon Pfister wagt es deshalb, die Behauptung aufzustellen: «Ich sehe uns auf der Torhüterposition bevorteilt, nur La Chaux-de-Fonds könnte ähnlich stark besetzt sein».

In Rapperswil werden Dominic Nyffelers Bruder Melvin und Michael Tobler versuchen, Gegenteiliges zu beweisen. Zündstoff bietet das Viertelfinal-Duell auf der Goalieposition mehr als genug: Vor Jahresfrist standen sich die Gebrüder Nyffeler bereits im Viertelfinal zwischen Rapperswil und Thurgau gegenüber – nun könnte es also zur Reprise kommen.

Zudem hütete Michael Tobler während vier Jahren das Oltner Tor, womit er im Playoff auf seinen Ex-Verein trifft. «Der Gegner spielt keine Rolle», schwächt Pfister pragmatisch ab, «als Torhüter musst du ohnehin in einen Tunnel kommen».

Zum Hauptberuf machen

Mitten in der Qualifikation erhielt Pfister der einstige Nationalliga-Torhüter ein Telefonat von EHCO-Sportchef Köbi Kölliker. Der Sportchef erfüllte damit Matthias Mischler und Dominic Nyffeler einen Wunsch: Denn seither leitet der 31-Jährige in Olten den «Torhüter-Kosmos», ist als Ansprechperson und Seelsorger für die Torhüter da.

Simon Pfister bei seiner täglichen Arbeit:

Interaktion mit dem Chefcoach gebe es nur dann, wenn dieser nach Inputs frage, erzählt Pfister. Jeweils am Mittwoch steht der Torhütertrainer mit Tabletkamera ausgerüstet auf dem Kleinholzeis und amtet als Trainer und Mentor des Torhüterduos, derweil er bei Heimspielen von der Tribüne aus die Leistungen analysiert und auswertet.

Eine Aufgabe, die Simon Pfister zuvor bereits bei Oltens Partnerteam Zuchwil-Regio auf Amateurstufe wahrnahm und die er in Zukunft gerne zu seinem Hauptberuf machen würde. «Es hat von Anfang an gestimmt, als ich mich und meine Ideen in Olten vorstellte», blickt Pfister auf die Entstehung des Verhältnisses mit dem EHC Olten zurück.

Beide Torhüter kannte der beim EHC Kloten aufgewachsene Pfister aus früheren Zeiten. Mit Mischler hatte er ein Sommertraining absolviert, und Nyffeler war während seiner Aktivzeit in Basel dritter Torhüter gewesen.

Goalietrainer Simon Pfister filmt während jedem Heimspiel, um die Szenen im Anschluss mit seinen Schützlingen analysieren zu können.

Goalietrainer Simon Pfister filmt während jedem Heimspiel, um die Szenen im Anschluss mit seinen Schützlingen analysieren zu können.

Pfister selbst musste seine Aktivkarriere vor zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen abrupt beenden. Doch vorausschauend hatte er bereits seine Laufbahn als Torhütertrainer in die Wege geleitet. «Ich weiss, was mir als Torhüter fehlte», versteht Pfister seine Rolle als Kontaktperson, welche den Finger auf kleinste Details hält und den Torhütern ein gutes Gefühl mitgibt.

Viele Torhüter müssten ohne Betreuung auskommen, bemängelt Pfister die Vernachlässigung der Schlüsselposition. «Ich suche einen sehr engen Kontakt zu den Goalies», legt Pfister offen und hofft, dass er auf nächste Saison hin noch intensiver mit dem EHCO zusammenarbeiten kann.

Zumindest die Testphase sei geglückt, beide Parteien würden die Lösung für eine gemeinsame Zukunft suchen. «Beide (Mischler und Nyffeler, Anm. d. Red.) wurden konstanter – und das hat vielleicht ein bisschen mit mir zu tun», analysiert der Goalietrainer die Entwicklung seiner Schützlinge seit seiner Ankunft.

Wen der Goalieflüsterer seinem Chef Gustafsson vorschlagen wird, bleibt sein Geheimnis. Flüstert Pfister seine Torhüter zu einer erfolgreichen Playoff-Kampagne, dürfte einer weiterführenden Zusammenarbeit mit dem EHCO nichts im Wege stehen.