Wer die Nachfolge des zurücktretenden Hägendörfer Gemeindepräsidenten Albert Studer (SVP) antreten wird, zeichnet sich nun deutlicher ab. Das Feld der Kandidaten lichtet sich.

Durchaus Interesse am Amt gezeigt hat bisher der SP-Gemeinderat Andreas Heller (wir berichteten). Nach den Kantonsratswahlen vom vergangenen Wochenende wird sich Heller nun «wirklich überlegen, ob das Gemeindepräsidium in meinen Lebens- und Arbeitsplan passt», wie er sich ausdrückt.

Er hat nämlich von den angetretenen Kandidaten aus Hägendorf am meisten Zuspruch der Wähler erhalten. Mit 472 Stimmen liegt er klar vor der überraschend in den Kantonsrat gewählten Nadine Vögeli mit deren 383.

«Es ist super, dass die Leute im Dorf anerkennen, was man gemacht hat», sagt Heller, der neben dem Gemeinderatsmandat auch Präsident der Kulturkommission ist. Der 45-Jährige hätte aus seiner Sicht nun auch das richtige Alter, um die Politik nicht nur als Hobby wie bisher zu betreiben.

Er muss nun mit seinem Arbeitgeber abklären, ob es denkbar wäre, dass er seinen Job reduzieren könnte. Doch bevor sich Heller endgültig entscheidet, als Gemeindepräsident anzutreten, will er noch die kommenden Gemeinderatswahlen im Mai abwarten. «Wenn ich dort ebenfalls gut abschneide, dann kann ich mir eine Kandidatur gut vorstellen.

SVP überlässt das Feld kampflos

Weiterhin vorstellen könnte sich das Amt auch CVP-Gemeinderat Fabian Lauper. Er hat noch immer Interesse, sagt er auf Anfrage, aber «entschieden ist noch nichts». Auch er will die Gemeinderatswahlen im Mai abwarten, bevor er sich definitiv entscheidet.

Das Feld wohl kampflos der politischen Konkurrenz überlassen wird die SVP. «Es hat keinen Sinn, jemand Unerfahrenes ins Amt zu heben», sagt Parteivizepräsident Tobias Fischer. Aus seiner Sicht müsse jemand bereits in dieser Legislatur im Gemeinderat sein, damit er das Präsidium übernehmen könne. Für die SVP geht es jetzt erst einmal darum, eine gute Liste für die Gemeinderatswahlen zusammenzustellen.

Kantonsrat Fischer, der klar wiedergewählt wurde und in Hägendorf mit 345 Stimmen das drittbeste Resultat aller Kandidierenden machte, überlegt sich, selbst auf die Liste zu gehen. Zudem muss in der Partei das Präsidium neu besetzt werden. Die Präsidentin Andrea Guizzardi trat letzten Montag von ihrem Amt zurück.

«Es geht jetzt für die Partei darum, etwas Nachhaltiges auf die Beine zu stellen», sagt er mit Blick auf das Parteipräsidium und die Gemeinderatswahlen. Bei den Kantonsratswahlen vergangenen Sonntag schnitt die Volkspartei in Hägendorf am besten ab, knapp vor der FDP.

Auch für die FDP ist eine Kandidatur fürs Gemeindepräsidium «höchst unwahrscheinlich», wie Parteipräsident Patrick Rossi zu verstehen gibt. Derzeit präsentiere sich die Partei für ein solches Amt zuwenig gerüstet, zumal Vizepräsident Heiner Roschi nach anfänglichem grossem Interesse seinen Verzicht erklärt hat und auch Gemeinderat Uli Ungethüm aus beruflichen Gründen vom Kandidatenkarussell gestiegen ist. Und einen Neuling in der obersten Charge der Exekutive sieht Rossi nicht.

Im siebenköpfigen Gemeinderat hält die FDP derzeit drei Sitze, die SVP zwei und SP und CVP je einen.