Was macht das Christentum attraktiv? Wie verändert sich die Schweissabsonderung bei Umweltgeräuschen? Biber und Mensch – ist ein Nebeneinander möglich? Das Beantworten derartiger Fragen machten sich die angehenden Maturandinnen und Maturanden der Kantonsschule Olten zur im Rahmen der diesjährigen Maturaarbeiten zur Aufgabe. Unter den am Samstag durchgeführten zugehörigen Präsentationen – insgesamt 177 – liessen sich auch einige Thematiken finden, die sich mit Problemen und Entwicklungen in der Stadt Olten auseinandersetzten.

So zum Beispiel die Arbeit Robin Kiefers, die sich den Auswirkungen der Entlastungsstrasse des ERO-Projekts auf das Oltner Kleinholzquartier widmete. Da ihn Verkehrsfragen schon von klein auf faszinierten und er selbst im Kleinholz wohnhaft ist, sei für ihn das Thema naheliegend gewesen. Zudem wollte er sich aufgrund der auch vorhandenen kritischen Stimmen zur Entlastungsstrasse ein eigenes Bild der Situation verschaffen. Nebst einer Verkehrszählung führte Kiefer zu diesem Zweck eine Befragung von 18 Kleinholz-Haushalten durch, um die Zufriedenheit der Quartierbewohner mit der ERO-Strasse zu bemessen.

Zu wenig Fragebögen erhalten

Die Urteile der Bewohnerinnen und Bewohner fielen positiv aus, erklärte der leicht angespannte Kiefer den 13 Besucherinnen und Besuchern seines Referats. Das Kleinholzquartier verfüge nun dank der ERO-Strasse unter anderem über bessere Anschlüsse in Richtung Aarburg und Gäu, so das diesbezügliche Fazit des angehenden Maturanden. Zugleich fügte er bei, dass er für ein repräsentativeres Resultat wohl noch mehr Leute hätte befragen müssen. Die Rücklaufquote der in dutzende Briefkästen eingeworfenen Fragebögen sei nicht ganz befriedigend gewesen. Ansonsten sei er aber durchaus zufrieden mit seiner Arbeit, so Kiefer.

Etwas kritischere Ausführungen präsentierte Lukas Nussbaumer, der einen raumplanerischen Vergleich zwischen den Oltner Wohnquartieren Meierhof und Bornfeld anstellte. Ins Zentrum rückte der Hauensteiner dabei die Frage, welche der beiden Bauarten in räumlicher Hinsicht zeitgemässer ist. Laut dem angehenden Maturanden sei dies klar die Meierhof-Siedlung. Denn angesichts der aktuellen Entwicklung der Bevölkerungszahl – gemäss Schätzungen des Bundesamtes für Statistik werden im Jahr 2045 rund 10 Mio. Personen die Schweiz bevölkern – sei verdichtetes Bauen angesagt. Und dies sei bei der Erstellung der Meierhof-Siedlung mit ihren Hochhäusern eben gemacht worden. Anders im Bornfeld: Dort stehe nun auf grösserer Fläche als im Meierhof eine geringere Anzahl an Wohnungen als im Meierhof zur Verfügung. Damit trage die dortige Bauweise zur Zersiedelung bei und sei wenig zukunftsorientiert.

Dass sein Fazit derart kritisch ausfiel, habe unter anderem mit seinem Maturaarbeits-Betreuer zu tun, erklärte Nussbaumer, der sich vielleicht auch im Rahmen seines Studiums der Architektur widmen möchte, im Anschluss. Die schriftliche Arbeit sei dem Lehrer zu neutral ausgefallen, daher habe er bei der Präsentation diesbezüglich etwas nachgebessert.

Überraschend viele Oltner

Mit Bevölkerungszahlen Oltens beschäftigte sich auch Julian Eichenberger. Der für ihn immer spannende Vergleich alter Fotografien Oltens mit den aktuellen Zuständen habe ihn zu dieser Thematik geführt. Er sei überrascht gewesen, wie viel Einwohner Olten einst hatte: über 21 000 im Jahr 1970. Dann kam die Erdölkrise 1973, welche auch den Oltner Industriebetrieben zusetzte, was einige Unternehmungen, wie etwa die Schuhfabrik Strub, zugrunde gehen liess. Die damit verbundenen Steuerausfälle liessen die Steuern für natürliche Personen ansteigen, was einen Umzug, beispielsweise in umliegende Dörfer, attraktiver machte, erläuterte Eichenberger seinen rund zehn Gästen – darunter auch Stadtpräsident Martin Wey.

Im Hinblick auf die zukünftige Bevölkerungsentwicklung zeigte sich Eichenberger jedoch zuversichtlich. Mit den neuen Siedlungen im Oltner Südwest-Quartier konnten bereits rund 1000 Einwohner dazugewonnen werden, und mit einem weiteren Ausbau könnte die Zahl von 21 000 vielleicht dereinst wieder erreicht werden. Dabei könnte Eichenberger selbst einer dieser Bewohner bleiben: Er spielt mit dem Gedanken, ein Wirtschaftsstudium an der Oltner FHNW zu beginnen.