Die SP Subingen feierte ihr 100-Jahr-Jubiläum mit einem Brunch und vielen Gästen. Als Festredner trat Ständerat Roberto Zanetti auf. Er hatte die Jubiläumsschrift der Subinger genau studiert und zog die Festgemeinde damit auf, dass er als «unser» Ständerat angekündigt war.

«In 25 Jahren komme ich gerne wieder, dann aber bitte ohne die Anführungszeichen. Ich bin auch einer von euch und hier drinnen hat es viele ehemalige Schulkollegen von mir.» In der Festschrift hatte Zanetti auch gelesen, dass an einer Versammlung im Jahr 1924 beschlossen worden war, dass das nächste Mal jeder ein Brikett mitbringen müsse, damit man das Versammlungslokal heizen könne.

«Das ist für mich ein Sinnbild für die Sozialdemokratie. Man soll füreinander sorgen und einander Wärme geben.» Tatsächlich habe die SP mit dieser Einstellung in den letzten 100 Jahren einiges erreicht und mitgeholfen die Not der Arbeiterschaft zu lindern.

Themen müssen besetzt werden
Auch heute gebe es noch viel zu verbessern. Als Stichworte nannte Zanetti die Unternehmenssteuerreform und die AHV-Revision und die Energiestrategie. «Wir müssen zusehen, dass uns unsere Themen nicht weggenommen werden.»

Sich auf die Insel Schweiz zurückzuziehen und der Edelweissromantik zu frönen, löse keine Probleme. Zanetti machte zudem klar, dass die SP sich Bündnispartner suchen müsse. «Wir müssen unseren Grundwerten treu bleiben. Trotzdem müssen wir uns auch an die heutigen Gegebenheiten anpassen. Mit einer Generalstreikrede wie sie früher gehalten wurde, lösen wir die Probleme in der heutigen digitalen Welt nicht», zeigte sich Zanetti überzeugt.

Immerhin sei er wieder stolz Schweizer zu sein, nach dem historischen Ergebnis des letzten Abstimmungswochenendes und dem klaren Nein zur Ausschaffungsinitiative. «Offensichtlich ging ein Ruck durch die Gesellschaft. Das hat mich tief beeindruckt.» Damit kam Zanetti wieder zurück zum Brikett aus dem Jahr 1924 und der Wärme, die man sich gegenseitig gegeben sollte. Aus diesem Grund überbrachte er neben den Grüssen der SP Schweiz als Sinnbild auch noch ein «Hurdeli» Holz.

Mitten im 1. Weltkrieg, zu einer Zeit in der die Arbeiter die Herrschenden und deren Autorität nicht mehr akzeptieren wollten, wurde die SP Subingen gegründet. Stephan Guggisberg (Ortsparteipräsident) blickte auf die Geschichte der SP zurück. Heute stünden Schafe, Geissböcke, das Schweizerkreuz und Social Media im Brennpunkt.

«Es gibt auch Leute, die behaupten, es brauche die SP nicht mehr», so Guggisberg. Der Erfolg der Schweiz sei auch geprägt worden von klugen Köpfen, die aus dem Ausland kamen. Die Grenzen zuzumachen und sich abzuschotten könne nicht der Weg der Schweiz sein. «Das sozialdemokratische Denken ist deshalb auch heute noch wichtig und nötig.»

In diesem Sinne ermunter Guggisberg dazu, an die Vorkämpfer zu denken und dafür zu danken, dass sie die Partei in Subingen gegründet haben. «Hoffen wir, dass wir auch heute noch deren Courage haben und uns für eine gerechtere Welt einsetzen.»

Engagement ist wichtig
Hardy Jäggi überbrachte als Vizepräsident der SP Kanton Solothurn Grüsse. Als Recherswiler fühle er sich mit Subingen verbunden, meinte er. Ist sein politischer Ziehvater Werner Sauser doch der Bruder des Subingers Rolf Sauser. «Die SP Subingen ist auch mit 100 noch gut beieinander. So wünsche ich euch für die Wahlen im nächsten Jahr alles Gute.»

Michael Kummli überbrachte in seiner Funktion als Präsident des Vereinskonventes ebenfalls Grüsse. «In Subingen sind die Parteien Mitglied des Vereinskonventes», so Kummli. Man begegne sich in aller Regel nicht als Freisinniger oder Sozialdemokrat, sondern als Fussballer, Turner oder Mitglied des Samaritervereins. Wichtig sei es, sich zu engagieren und miteinander zu reden. «So macht man aktiv Politik.»

Unter den Gästen befanden sich zudem Regierungsrat Peter Gomm, Nationalrat Philipp Hadorn, Nationalrätin Bea Heim, sowie die SP-Kantonsrätinnen Susanne Schaffner und Anna Rüefli. Ebenfalls anwesend war der ehemalige Regierungsrat Rudolf Bachmann aus Olten, der mit seinen 95 Jahren wohl der Älteste im Saal war.

Speziell erwähnt wurde zudem Walter Lehmann. Er war mit seiner Frau und seiner Tochter gekommen und ist seit 1947 Mitglied der SP Subingen.

Die Jubiläumsschrift einer erfolgreichen Ortspartei

  • am 4. März 1916 wird der Arbeiterverein Subingen von 18 anwesenden Mitgliedern gegründet;
  • 1920 – der Arbeiterverein Subingen sammelt Geld für die 1200 streikenden Metallarbeiter/innen in Gerlafingen. Der Name der Sektion wird in Sozialdemokratische Partei geändert
  • 1930 – Die SP Subingen organisiert ihren ersten Unterhaltungsabend;
  • 1945 – die SP Subingen gewinnt ein Mandat im Gemeinderat und hat nun vier Sitze;
  • 1964 – innerhalb der SP Subingen wird eine Frauengruppe gegründet;
  • 1968 – die SP Subingen erkämpft sich die erste bezahlte Beamtung: Den Zivilstandsbeamten in der Person von Hans Fasel;
  • 1969 – Rolf Sauser wird in den Kantonsrat gewählt. Zudem wird er mit dem besten Resultat in den Gemeinderat gewählt. Beim Kampf ums Gemeindepräsidium unterliegt er im 2. Wahlgang knapp;
  • 1973 – Rolf Sauser wird als erster Roter Gemeindepräsident. Bei einer Stimmbeteiligung von 92,5 Prozent erhält er 55,3 Prozent der Stimmen. Ruth Gribi wird als erste Frau in den Gemeinderat gewählt;
  • 1981 – Ruth Gribi wird in den Kantonsrat gewählt;
  • 1985 - Ruth Gribi und Hans Ruedi Ingold werden in den Kantonsrat gewählt;
  • 1989 – Ruth Gribi wird Kantonsratspräsidentin. Bei den Gemeinderatswahlen wird die SP stärkste Partei;
  • 1997 – Hans Ruedi Ingold wird als Nachfolger von Rolf Sauser als Gemeindepräsident gewählt. Bei den Gemeinderatswahlen erreichte die SP einen Wähleranteil von 42 Prozent. Mit Margrit Flühmann, Hanni Kröplin und Käthy Schmid sind mehr Frauen in der Fraktion als Männer;
  • 2005 – der Gemeinderat wird auf neun Mitglieder verkleinert. Die SP Subingen hatte immer noch einen Wähleranteil von 40 Prozent und holt vier Sitze. Christina Tardo-Styner wird mit dem besten Ergebnis in der Amtei Bucheggberg-Wasseramt erneut in den Kantonsrat gewählt. (rm/mgt)