Nach fast eineinhalb Jahren Vorbereitung hat sich der erste Schweizer Schüler gegen seine internationale Konkurrenz durchgesetzt. Insgesamt nahmen 174 Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren aus 44 Ländern an der 13. Internationalen Geografie-Olympiade (iGeo) in Peking teil.

Yannik Friedli (Kantonsschule Solothurn) aus Horriwil blickt nun auf einen doppelten Erfolg in diesem Sommer zurück: Vor kurzem hat er die Matura absolviert und nun für seine Fähigkeiten und Kenntnisse in der Geografie eine Bronzemedaille erhalten.

Franz Daxinger (Kantonsschule Heerbrugg, SG) aus Widnau, Rebekka Künzler (Kantonsschule am Burggraben, SG) aus St. Margrethen und Cédric Schneider (Kantonsschule Will, TG) aus Balterswil feierten als Schweizer Delegation mit ihm.

Die Teilnahme an einer iGeo ist eine grosse Herausforderung. Innerhalb von vier Tagen absolvieren die Jugendlichen eine Reihe von anspruchsvollen Prüfungen auf Englisch. Als erstes gilt es einen vierstündigen schriftlichen Test in 6 von 12 Themenfeldern zu bestehen. Aufgabenstellungen zu „Naturgefahren und Umgang mit Naturgefahren“ oder „Wirtschaftsgeografie und Globalisierung“, verlangen breites Wissen und komplexes Denken.

Eine Feldarbeit zu Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit in einem Pekinger Quartier fordert die praktischen und gestalterischen Fähigkeiten der Jugendlichen. Zuletzt wird in einem Multimediatest der Umgang mit Grafiken, Satellitenbildern und anderen Bildmaterialien geprüft.

Programm bis 22 Uhr

Zwischen den Prüfungen führten Exkursionen an geografisch aufschlussreiche oder touristisch interessante Orte. Neben der Verbotenen Stadt, dem Sommerpalast oder der Grossen Mauer stand auch ein Besuch in der Ausstellungshalle des Pekinger Stadtmodells an. Hier wird die weitere Entwicklung der Metropole massstabsgetreu geplant und visualisiert.

Ein besonderes Merkmal der iGeo ist die abendliche Posterausstellung der Delegationen, die als geheimer Höhepunkt gilt. Die jungen Teilnehmenden stellen einen selbstgewählten Aspekt zu einem vorgegebenen Thema aus und stehen Rede und Antwort.

Nachhaltige Städte

Im Anschluss an die iGeo fand ein Kongress der Internationalen Geografie-Vereinigung (IGU) statt. Das diesjährige Thema: Nachhaltige Städte.

Die Schweizer Delegation widmete sich in der intensiven Vorbereitungszeit seit dem Frühjahr dem Winterthurer Sulzer-Areal, stellte die Entwicklung vom ehemaligen Industriequartier zum innovativen Stadtteil dar und beleuchtete sie kritisch.

Viel Unterstützung

Derweil sind die vier Schüler der Schweizer Delegation auf einer einwöchigen Exkursion entlang der Seidenstrasse. Dass die Teilnahme der Schweizer Olympioniken möglich wurde, liegt insbesondere an den Begleiterinnen Cornelia Bally, Fachlehrerin an der Kantonsschule Heerbrugg, und Joelle Thoma, Studentin an der Universität Basel und Vorstandsmitglied des Vereins SwissGeOlymp. Aber auch eine Reihe von nationalen Geografie-Organisationen, Universitäten und Hochschulen, Stiftungen sowie die Herkunftsschulen der Olympioniken trugen ihren Teil dazu bei. (mgt/coh)

Exklusiv für Mädchen

Auch die Schweiz organisiert internationale Olympiaden für kluge Köpfe. Am 17. Juli ging die Internationale Physik-Olympiade in Zürich zu Ende. Sie stiess auf grosses Interesse.

Nun wird bereits eine nächste Veranstaltung vorbereitet. Vom 6. bis 12. April 2017 findet eine besondere Wissenschafts-Olympiade in Zürich statt: die European Girls‘ Mathematical Olympiad EGMO 2017.

Anmeldungen sind bis zum 12. November möglich. (mgt)