Lohnen sich Profile in den Sozialen Medien für Politiker?

Die Sozialen Medien ermöglichen einen direkten Zugang zu vielen Leuten. Doch das Unterhalten eines oder mehrerer Profile ist zeitraubend, braucht Kreativität und Durchhaltewillen.

Gehört ein Profil in einem Wahlkampf dazu?

Ich finde schon, doch es muss gut gemacht sein. In meinem letzten Buch habe ich eine Formel für einen erfolgreichen Wahlkampf im Internet entwickelt, sie lautet «i-hasi». Das i steht für interaktiv, h für humorvoll, a für authentisch, s für stetig und i für interessant. Wenn die Beiträge diesen Kriterien entsprechen, wird der Politiker Erfolgserlebnisse haben.

Was sind schlechte Beiträge?

Der typische Beitrag von vielen Politisierenden sind zwei bis drei Sätze und ein Link zu einem Artikel aus den Medien. Oder es handelt sich um platte Einwegwerbung, wenn einfach das eigene Werbematerial gepostet wird. Eigentlich sollten die Politiker aber zeigen, dass sie auch zu eigenen Gedanken fähig sind.

Darf es auch mal ein Bild aus den Ferien sein?

Auf jeden Fall. Selfies mit Mass, lieber ein schönes Landschaftsbild. Von Kinderfotos würde ich abraten. Beim Partner oder der Partnerin ist ebenfalls Vorsicht angebracht. Die Wahrung der Privatsphäre ist wichtig.

Welche Plattform eignet sich am besten für den Wahlkampf?

Facebook hat die grösste Reichweite, Twitter ist ein Spartenkanal, Instagram ist für die Jungen.

Ist es ein Nachteil, wenn man als Kandidat in den Sozialen Medien nicht präsent ist?

Nein, vor allem wenn der Kandidat über die Website seiner Partei eine überzeugende Offerte ausweist und dort auch kontaktiert werden kann. Wenn ein Profil in den Sozialen Medien nicht gut unterhalten wird, kann es mehr schaden als nützen. Tatsache ist: Die meisten Profile sind schlecht.