Die zerstörerische Kraft schwerer Erdbeben macht immer wieder sehr betroffen. Auch wenn die Schweiz schon lange nicht mehr von einem Erdbeben der Stärke 6 und mehr erschüttert worden ist, denkbar wäre es.

In seiner Interpellation erinnerte CVP-Kantonsrat Dieter Leu (Rickenbach) an das grosse Erdbeben von Basel vom Jahr 1356. Im Kanton sind vor allem das Schwarzbubenland und der Jurasüdfuss erdbebengefährdet. Wäre der Zivilschutz für ein solches Ereignis gewappnet? Dieter Leu ist mit der Antwort der Regierung nur bedingt zufrieden. Noch besser vorbereitet werden müsste, so Leu, zum Beispiel die Verfügbarkeit von Zelten und schweren Baumaschinen.

Man dürfe nicht einfach auf die Solidarität vertrauen. Als Sprecherin der FDP attestierte Anita Panzer (Feldbrunnen) dem Kanton ein Problembewusstsein. Das Zusammenspiel auf kantonaler Ebene funktioniere gut. Auf nationaler Ebene forderte sie den Aufbau einer Schadenorganisation, und zudem sei die Einführung einer obligatorische Erdbebenversicherung zu prüfen.

Dass es eine solche noch nicht gibt, ist auch für Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler «sehr unbefriedigend». Im Hinblick auf eine noch effektivere Vorbereitung für den Katastrophenfall will Gassler demnächst einen Gesetzesentwurf in die Vernehmlassung schicken. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen dem kantonalen Führungsstab und den regionalen Führungsstäben verbessert werden.
Noch ein zweites Mal beschäftigte sich der Kantonsrat mit dem Thema Katastrophenvorsorge.

Thomas Marbet (SP, Olten) hatte in einer Interpellation wissen wollen, wie es um die Trinkwasserversorgung bei einem Vorfall im Atomkraftwerk Gösgen stehen würde (wir berichteten). Während sich die bürgerlichen Parteien mit den Antworten der Regierung zufrieden zeigten, übte vor allem Felix Lang (Grüne, Lostorf) massive Kritik. Er sprach von «besorgniserregenden Antworten». «Die Risiken dürfen nicht verharmlost werden.» Lang warf der Regierung vor, mit zu harmlosen Grenzwerten und zu wenig realistischen Schadensszenarien zu rechnen. (esf/lfh)