Diese Sammelaktion ist anders. Erstmals bittet ein 23-jähriger Mann aus Zürich, Oliver Jordan Tewelde, in den Sozialen Medien um Hilfe. Crowdfunding für sein Leben - und nicht für ein IT-Startup-Unternehmen. Und gerade weil er um private Spenden bittet, kann er damit nicht auf einer gängigen Sammelplattform an die Öffentlichkeit gehen. 

Wie die Sprecherin der Zürcher Crowdfunding-Plattform 100-Days gegenüber dem Onlineportal "Vice Schweiz" sagte, würde pro Woche durchschnittlich ein Projekt mit dem Ziel Schulden zu begleichen bei ihnen eintreffen. Die Plattform aber konzentriere sich auf Crowdfunding zukünftiger Ideen, Projekte und Produke. Im Fall von Oliver Jordan Tewelde sei vergangenen Montag eine E-Mail bei 100-Days eingetroffen. Obwohl die Beantwortung noch ausstehe, vermutet die Sprechering, dass sein Projekt nicht angenommen werden könne. Tewelde wählte also den Weg über die soziale Plattform Facebook für seinen Spendenaufruf.

In seiner Message erklärt er mit klaren Worten seine Bestrebung: "Ich habe vor 2 Jahren einer Frau bei einem Fahrradunfall den Arm gebrochen, wurde verurteilt und muss seither für alle Kosten aufkommen, da meine Mutter kurz zuvor die Haftpflichtversicherung gekündigt hatte. Bis heute musste ich 40'000 Franken zahlen. Mein Leben seit diesem Zeitpunkt ist eine Tortur. Ich schaffe es nicht mehr alleine und brauche eure Hilfe."

Der Aufruf in voller Länge:

Der Aufruf des jungen Kochs polarisiert die Social Media Gemeinde. Über 300 Mal haben Leute den Beitrag bisher geteilt und über 26 000 Mal wurde er bereits angesehen.

Tewelde erntet in den Kommentarspalten viel Zuspruch und Unterstützung. Aber nicht nur: Es entbrennt auch eine Moraldebatte über die Ehr- und Redlichkeit seines Aufrufs. Denn der junge Mann bittet öffentlich auf einem Onlineportal um Hilfe, um seinen Schuldenberg zu tilgen. So etwas gab es bis anhin noch nicht.

Diverse Medienvertreter - darunter Bloggerin Gülsha Adilji und ehemaliger Watson-Chefredakteur Hansi Voigt - teilen den Beitrag. Tewelde selber ist bis anhin für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Wie er aber auf Facebook schreibt, will er lediglich seine Schulden tilgen. Und nicht den Boulevardjournalisten zum Frass vorgeworfen werden.

Hier sehen Sie einen Ausschnitt aus der Unterhaltung mit Tewelde: