Als Lokaljournalist erlebt man ja allerhand Interessantes. Mitunter begegnet man herausfordernden Zeitgenossen, wie mein Kollege etwa, welcher derzeit von einem stadtbekannten IV-Bezüger im Internet andauernd verunglimpft und beleidigt wird. Doch es gibt auch ganz «normale» Bürger wie einen Vereinspräsidenten, der in Panik gerät, wenn man ein paar simple Fragen stellen möchte, die nun mal zu einem Zeitungsartikel gehören.

In solchen Fällen stelle ich mir manchmal die Frage, ob man nicht einfach schlafende Hunde schlafen lassen sollte, statt offensichtlich überforderte Personen in der Öffentlichkeit vorzuführen. Nebenan ein Fall, bei dem ich mich dagegen entschieden habe.

Warum? Gewiss, vielleicht thematisieren wir hier eine «Geschichte», die sich unter Umgehung der effektiv Verantwortlichen von selbst in nützlicher Frist gelöst hätte. Vieles läuft so, nicht nur in Grenchen. Doch längst nicht immer ist das der Fall. Das Parktheater lässt grüssen.

So kann es auch nicht die Lösung sein in einem Verein, der immerhin auf öffentlich finanzierten Anlagen tätig ist und auf den im Zusammenhang mit der Zukunft des Fussballs in Grenchen viele Augen gerichtet sind. Damit richte ich auch einen Appell an Vereine und Gruppen im Allgemeinen. Ich weiss, dass es heute nicht einfach ist, Präsidenten zu finden, welche für Gotteslohn den Karren ziehen, manchmal sogar noch viel Geld persönlich einwerfen.

Aber nicht jeder, der sagt, «also mach ich es halt», ist zum Führen berufen. Ein Minimum an Konfliktfähigkeit sollte bei diesen Personen vorhanden sein sowie die Fähigkeit, entweder selber rudimentär zu kommunizieren oder Personen im Vorstand zu bezeichnen, die über Sachverhalte informieren, hinter denen der Betreffende selber nicht stehen kann. Das gehört einfach zum Einmaleins einer jeden Organisation.

andreas.toggweiler@azmedien.ch